Erosive Gastritis

Definition: Die erosive Gastritis zählt zu den akuten Gastritiden, die durch das Auftreten oberflächlicher Schleimhautläsionen und -nekrosen (die Mucosa muscularis wird im Gegensatz zum Ulkus nicht durchbrochen) sowie petechiale Blutungen gekennzeichnet ist.

 

Ätiologie:

→ I: Sie wird vor allem durch exogene Noxen wie NSAR wie Salizylate und Phenylbutazon, aber auch durch Steroide und Alkohol induziert.

II: Die stressinduzierte, erosive Gastritis entwickeln sich vor allem nach schweren Operationen, Traumata, Verbrennungen, Schoch, Sepsis, etc. verursacht durch toxisch-chemische Gefäßläsionen mit konsekutiver Reduktion der protektiven Faktoren.

→ III: Nicht selten ist die Ursache jedoch nicht eruierbar.

 

Klinisch-relevant: Die Erosionen können solitär bzw. vereinzelt, multiple oder diffus im Magen auftreten.

 

Klassifikation: Nach endoskopischen Gesichtspunkten wird die erosive Gastritis in 3 Formen unterteilt:

601 Endoskopische Klassifikation der erosiven Gastritis

 

Klinik: Charakteristische klinische Symptome der erosiven Gastritis sind:

→ I: Appetitlosigkeit, epigastrisches Druckgefühl bzw. -schmerzen, Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen. Weitere Symptome können allgemeines Krankheitsgefühl und Mattigkeit sein.

II: Komplikationen stellen Hämatemisis, Meläna, Ulzerationen sowie Sickerblutungen bis hin zu akuten gastrointestinalen Blutungen insbesondere bei intensivmendizinischen Patienten dar.

→ III: Es exisiteren Sonderformen der erosiven Gastritis; hierzu zählen u.a.:

603 Sonderformen der erosiven Gastritis

 

Diagnose:

→ I: Anamnese: Einnahme schleimhaut-aggressiver Substanzen wie Salitylate, Antirheumatika, Phenylbutazon, Alkohol etc. Zustand nach Traumata, großen Operationen, Langzeitintubation etc.

→ II: Labor: Insbesondere auch Blutbild mit Hb, Hk und Gerinnungsstatus.

→ III: Endoskopie: Gastroösophagoduodenoskopie mit Nachweis der Erosionen und konsekutiver Biopsie. Eine gleichzeitige HP-Diagnostik ist obligat.

 

Differenzialdiagnose: Von der erosiven Gastritis sind insbesondere nachfolgende Erkrankungen abzugrenzen:

→ I: Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni.

II: Varizenblutung,

→ III: Magenkarzinom (bzw. Magenfrühkarzinom).

IV: Weitere Erkrankungen: Wie Cholezystitis, akute Pankreatitis, aber evtl. auch der Hinterwandinfarkt.

 

Therapie:

→ I: Allgemeinmaßnahmen:

→ 1) Wenn möglich Absetzten der schleimhaut-aggressiven Medikamente.

→ 2) Nahrungskarenz sowie der Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Nikotin etc. führt zumeist innerhalb weniger Tage zur klinischen Besserung. Anschließend ist ein langsamer Kostaufbau mit z.B. Tee und Zwieback indiziert.

→ II: Medikamentöse Therapie: Antazida wie Maalox 4-6x/d oder Protonenpumpeninhibitoren wie Omeprazol oder Pantoprazol in Standarddosierung.    

→ III: Stressulkusprophylaxe:

602 Medikamentöse Stressulkusprophylaxe

→ IV: Interventionelle Therapie: Mit endoskopischer Blutstillung und anschließender hochdosierter Gabe eines Protonenpumpeninhibitoren. Eine operative Intervention ist fast nie nötig.