EKG-Befund: Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie

Definition:

→ I: Bei der ARCM handelt es sich um eine seltene, auf den rechten Ventrikel beschränkte Kardiomyopathie mit fibrolipomatösen Umbau des Myokards und konsekutiver Ventrikeldilatation.

→ II: Sie tritt vorwiegend bei jüngeren scheinbar herzgesunden Männern auf (Männer 6 : Frauen 1).

837 Wichitge EKG Veränderungen bei der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie

 

EKG-Befund:

→ I: Sinusrhythmus und ventrikulären Tachykardie (QRS-Komplex verbreitert mit einer QRS-Dauer von > 0,12 sec.) mit einer Frequenz von 160-200 Schlägen/min.

→ II: Lage-Typ: Charakteristischerweise findet man einen Steil- bis Rechtstyp.

→ III: Ausbildung eines (in-)kompletten Rechtsschenkelblocks (EKG-Befund: Schenkelblock) und einer T-Negativierung in den rechtsventrikulären Brustwandableitungen V1-V3.

→ IV: Selten aber charakteristisch ist der Nachweis eines Epsilon-Potenzials im aufsteigenden Schenkel der S-Welle in den Ableitungen V1-V3 als Zeichen einer verspäteten rechtsventrikulären Depolarisation (lokal verzögerter Erregungsleitung).

→ V: Bei der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie zeigt sich bei den nicht-anhaltenden - (Dauer < 30sec.) oder anhaltenden ventrikulären Tachykardien ein klassisches morphologisches Muster:

→ 1) Monomorphe linksschenkelblockartige Konfiguration (QRS-Dauer > 0,12sec).

→ 2) Bestimmung der Achse des QRS-Komplexes vom Tachykardie-Ursprungsort bestimmt. Prädilektionsstellen hierbei sind der rechtsventrikulärer Ausflusstrakt (Rechtstyp, Steiltyp), Spitze des rechten Ventrikel (überdrehter Linkstyp) sowie die inferioren Anteile der rechtsventrikulären Ausflussbahn (subtrikuspidal).

836 Charakteristische EKG Veränderung bei der arrhythmogenen rechtsventrikulären CM

 

Therapie: Mittel der Wahl ist ein Antiarrhythmikum der Klasse III wie Sotalol und Amiodaron. Bei weiterer Progression mit anhaltenden ventrikuläre Tachykardien Implantation eines ICD´s.

Prognose:

→ I: Evtl. Ausbildung einer Rechtsherzinsuffizienz.

→ II: Erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod.